Archiv der Kategorie: Spaziergang durchs Viertel

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Chinesischer Garten Yu Garden beim MARKK
Wandelgang im Yu Garden   Foto: philipp

Fragte mich die Dame freundlich, als ich fotografierend auf den Wandelgang zuging. Sie saß dort in der sonnigen Ecke auf der grau gestrichenen, steinernen Bank. Ja, das bin ich, sagte ich. Ist das nicht wunderschön hier, antwortete sie, ich kannte diesen Ort noch gar nicht. Zustimmend lächelnd zog ich weiter, ich wollte doch schöne Fotos schießen, nicht dass noch eine Wolke dazwischen kam.

Chinesischer Teetempel in Rotherbaum
Verwaister Teetempel in Yu Garden   Foto: philipp

Yu Garden in Rotherbaum ist ein etwas rätselhafter Ort, was seinen Reiz aber sogar noch unterstreicht. Haupthaus und Teetempel sind unbewirtschaftet. Dennoch wurde die im Jahr 2008 erbaute Anlage kürzlich wunderschön renoviert. Rote Lampions warten wieder darauf, dass der Wind mit ihnen spielt.

Tor in Yu Garden
Rote Lampions warten auf Wind   Foto: philipp

Dem wohl größten chinesischen Einzelhandelshaus gehörend, steht Yu Garden auf städtischem Grund. Aber ausnahmsweise interessiert mich das als Immobilienmann heute nicht, ich will einfach nur genießen.

Das chinesische Zentrum ist gut bewacht
Löwen bewachen den Eingang   Foto: philipp

Neugierig folge ich dem malerisch verzweigten Weg. Plötzlich führt eine verwinkelte Brücke zum Teehaus. Deren Gestaltung hat einen guten Grund, nach chinesischem Glauben sollen böse Geister nicht um die Ecke gehen können.

Blick vom chinesischen Teehaus zur Villa Ballin an der Feldbrunnenstraße 58
Nach Überquerung der Brücke zum Teehaus   Foto: philipp

Auf dem Vorplatz vom Teehaus angelangt schaue ich auf den Weg zurück. Meine Gedanken fließen. Da wirkt das Gebäude rechts im Hintergrund fast störend. Das aber immerhin ist die ehemalige Villa Albert Ballins, in der auch Kaiser Wilhelm II zu Besuch war.

Falls auch Sie diesen Ort noch nicht kannten, Sie finden ihn in Rotherbaum an der Feldbrunnenstraße Ecke Binderstraße, gleich hinter dem Völkerkundemuseum, das jetzt MARKK heißt.

Sonnige Grüße aus dem Grindelviertel an diesem herrlichen Herbsttag, Ihr Wolfgang Philipp

 

Noch ohne Bedienung

Platz zum Entspannen mit libanesischen und skandinavischen Köstlichkeiten, Heinrich-Barth-Straße/Rutschbahn
Morgenstimmung   Foto: philipp

Der erste Gast hat schon Platz genommen im Hala mignon. Noch gibt es nichts, nicht mal was zum Picken. Abends aber, wenn die Sonne die Ecke Rutschbahn/Heinrich-Barth-Straße in schönstes Licht taucht, werden im Hala libanesische Leckereien aufgetischt. Ein herrlicher Platz um den Tag ausklingen zu lassen, finde ich.

Vorausgesetzt natürlich man hat noch Hunger. Denn schon mittags gibt es gegenüber im Karlsons skandinavisch angehauchte Köstlichkeiten. Hier sitzt man auf Holzstühlen auf einer kleinen Wiese und ehe man sich versieht, ist die Mittagspause schon vorbei.

Auf der anderen Seite der Straße stehen auch draußen die Stühle und Tische vom Dieze-Köpi, einer Kneipe mit langer Tradition. Auch hier gibt’s was zu essen und natürlich herrlich frisch gezapftes Bier, nicht nur Köpi.

Irgendwie hab ich noch etwas Hunger. Das Wetter ist gut. Eigentlich könnte man sich ja… Sommerliche Grüße aus der Grindelallee, Ihr Wolfgang Philipp

Ach, kennt jemand zufällig die Vogelart des kleinen Gastes?

Man lernt nie aus

Kreisverkehr am Grindelhof wird zu Arie-Goral-Platz
Am Arie-Goral-Platz   Foto: philipp

Aus Franzbrötchen, oder Karamell mit Salz kann man oberleckeres Eis machen. Erstens. Zweitens: Der Kreisverkehr am Grindelhof heißt jetzt Arie-Goral-Platz.

Tja, an der ehemaligen Kreuzung kann man jetzt eisschleckend bei Luicella’s Ice Cream gut verweilen, und aus der ehemaligen Kreuzung mit Ampel ist ein Kreisel mit eigenem Namen geworden. Übrigens, Herr Arie Goral-Sternheim war ein jüdischer Maler und Publizist mit Lebensschwerpunkt im Grindel. Für Hamburg war er in vielerlei Hinsicht prägend. So engagierte er sich u.a. für das neue Heinrich-Heine-Denkmal auf dem Rathausmarkt. Am 23. April 1996 starb er in Hamburg.

Ich hab’s wirklich nicht leicht. Abends muss ich zuerst am La Veneziana vorbei und jetzt auch noch am Luicella’s. Zum Glück ist die Joggingstrecke an der Alster nicht weit. Herzliche Grüße aus dem Grindelviertel, Ihr Wolfgang Philipp