Jüdischer Salon beim Café Leonar feiert zehnjähriges Bestehen

Marion Kollbach│Programmacherin Jüdischer Salon │ Café Leonar, Hamburg
Marion Kollbach, Jüdischer Salon, Hamburg   Foto Privat

Frau Kollbach ist einer der Programmmacher des Jüdischen Salons, der kulturellen Begegnungsstätte für Juden und Nichtjuden direkt hinter dem Café Leonar am Grindelhof.

Zum 10-jährigen Jubiläum des Salons am kommenden Montag habe ich ihr ein paar Fragen gestellt.

Grindel-Blog
Warum engagieren Sie sich für den Salon?

Marion Kollbach
Ein Teil meiner Familie hat einmal in dem Viertel hier gelebt. Etwa 40% der Hamburger Juden siedelten sich bis 1925 in Rothenbaum und Harvestehude an. Ich frage mich, ob meine Familie in die Synagoge gegangen ist, an Jom Kippur, zu den Hohen Feiertagen, ob sie im großen Familienkreis Passach gefeiert hat. Ich stamme aus einer assimilierten Familie deutscher Juden. Viele Fragen gehen mir durch den Kopf. Ich erforsche sie und knüpfe mit meiner Arbeit im Salon an alte Fragen an. Es geht darum die Sprachlosigkeit durch die Shoah wieder mit Worten zu füllen, dazu viele Stimmen zu hören. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unser Programm.

Grindel-Blog
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Salons?

Marion Kollbach
Wir freuen uns, gute Gastgeber zu sein. Mehr noch so ausgezeichnete Gäste zu haben und ein so vielfältiges interessiertes Publikum. Unser besonderer Wunsch für die nächsten Jahre ist, auch ein jüngeres Publikum mit unserem Programm zu erreichen.

Grindel-Blog
Kommen Sie aus dem Grindel?

Marion Kollbach
Ich lebe mit meiner Familie seit über zwanzig Jahren im Viertel. Meine Kinder sind hier aufgewachsen. Fast jeden Morgen trinke meinen ersten Kaffee im Café Leonar. Salon und Café sind für mich aus dem Viertel nicht mehr wegzudenken. Das Viertel ist vielfältig und gleichzeitig wie ein Dorf. Ich möchte nirgendwo anders in Hamburg wohnen.

Vielen Dank für das Interview, Frau Kollbach. Weiterhin gutes Gelingen!

Herzliche Grüße aus dem Grindelviertel, Ihr Wolfgang Philipp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.